Offener Brief der GAL Haan an die Stadt Haan - bezugnehmend auf die Berichterstattung im Haaner Treff „Notbetreuung in Haan wird ausgeweitet“ (vom 29. April 2020)

 

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

 

in seiner Ausgabe vom 29. April 2020 berichtet der Haaner Treff über die Aktivitäten des Jugendamtes im Rahmen der Corona-Krise. Wir möchten hierzu einige grundlegende Positionen und Anliegen der GAL-Fraktion formulieren:

 

 

Die Ausweitung der Notbetreuung in Kindertageseinrichtungen, in der Kindertagespflege und im schulischen Ganztag ist für einige Eltern sicherlich eine gute Nachricht. Sie verdeckt jedoch die eigentliche Herausforderung: Wichtig ist eine Öffnungsstrategie des Landes, die die Interessen und Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt rückt.

 

Für die Kinder sind Kindertageseinrichtungen, die Kindertagespflege und der schulische Ganztag Orte, an denen sie in gemeinsamen Aktivitäten ihre sozialen Kontakte zu anderen Kindern knüpfen und aufrechterhalten und Kontakte zu wichtigen erwachsenen Bezugspersonen pflegen können. Zugleich sind sie, z.B. für Kinder, deren Familien von Armut betroffen sind, Garanten für die Sicherung von Bildung und Teilhabe. Gemeinsames Ziel des Landes und der Kommunen sollte es sein, Wege zu entwickeln, um die Angebote so schnell wie möglich wieder für alle Kinder zugänglich zu machen.

 

Der Stadt kommt - auch in Corona-Zeiten - eine zentrale Rolle zu, wenn es darum geht Kinder, Jugendliche und Familien über Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren. Auf der städtischen Internetseite findet sich bislang lediglich eine Sammlung zumeist überregionaler Beratungs- und Unterstützungsangebote. Dies mag aus Gründen der Übersicht sinnvoll sein, ist aber für Ratsuchende eher verwirrend und vor allem unpersönlich. Ganz unten wird - fast beiläufig - das Haaner Jugendamt erwähnt, ohne dass die wichtige vermittelnde und beratende Rolle des Jugendamtes klar wird. Wer weiß schon, was der „BSD“ ist und was er macht? Hier wünschen wir uns eine einladende Beschreibung der Angebote des Jugendamtes. In dieser sollten auch Hinweise auf die Haaner Familienzentren und ihre Beratungs- und Unterstützungsangebote für Kinder und Familien enthalten sein.

 

Für die Mitarbeiter*innen des Haaner Jugendamtes ist die aktuelle Situation herausfordernd. Gut ist, dass sie Wege gefunden haben, um mit den betreuten Kindern, Jugendlichen und Familien Kontakt zu halten. Dazu gehören auch - wie in anderen Kommunen - direkte und persönliche Kontakte unter Einhaltung geeigneter gesundheitlicher Schutzmaßnahmen. Direkte und persönliche Kontakte sind unerlässlich, wenn es beispielsweise um Trennungs- und Scheidungsberatung oder Erziehungsberatung geht. Sie erlauben es, Gefühle und Stimmungen z.B. über Körpersprache und Mimik unmittelbar auszudrücken und wahrzunehmen und sind Grundlage für eine gelingende Beziehungsarbeit. Niemand kann zurzeit wirklich einschätzen, welche psychischen Folgen die Kontakteinschränkungen für Kinder haben werden.

 

Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, dass Hilfeprozesse verlässlich und verbindlich sind. Die Verschiebung von Hilfeplangesprächen sehen wir daher sehr kritisch. Hilfeplangespräche sind die entscheidende rechtliche Grundlage für die Gestaltung und Finanzierung von Hilfeprozessen. Für Maßnahmen im Zusammenhang mit Kindeswohlgefährdungen sind sie unerlässlich. Die GAL fordert die Stadt auf, dem Jugendamt - sofern nicht vorhanden - geeignete Räumlichkeiten für die Durchführung der Gespräche zur Verfügung zu stellen und diese unter Gesichtspunkten des Gesundheitsschutzes auszustatten.

 

Die Kinder- und Jugendhilfe hat den gesetzlichen Auftrag „Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen“. Wir sehen daher die Notwendigkeit, dass der öffentliche Träger der Jugendhilfe gemeinsam mit freien Trägern zeitnah Maßnahmen entwickelt, die einer Verfestigung und Ausweitung sozialer Ungleichheiten im Zusammenhang mit der Corona-Krise entgegenwirken. Im Bereich der schulischen Bildung wäre es sinnvoll, die intensive Zusammenarbeit von Lehrer*innen und Erzieher*innen, die sich als Qualitätsmerkmal des rhythmisierten Ganztags in Grundschulen bewährt hat, auszuweiten. Als ersten konkreten Schritt fordern wir daher eine Aufstockung des Personals im offenen Ganztag, damit mehr Kinder von der Tandemarbeit von Lehrer*innen und Erzieher*innen profitieren können. Die GAL wird hierzu einen Antrag stellen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Haan, den 05.05.2020

Jochen Sack & Andreas Rehm

 

              Herzlich willkommen!

 

Willkommen auf der Hompage der kommunalen Wählergemeinschaft:
 

Grün-Alternative-Liste Haan
 

Haan braucht Bewegung!

Wir sind die GRÜNEN in Haan!

 

Offene Fraktionssitzungen:

Wegen der aktuellen Situation erst wieder:

17. August 2020 - 20:00 Uhr

09. November 20220 - 20:00 Uhr
Dieker Straße 30 im Fraktionsbüro

Wir stehen auch gerne zwischendurch zur Verfügung. Am besten anrufen oder per eMail anschreiben.

Bitte beachtet, dass wir in den Schulferien schwieriger zu erreichen sind.

 

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